Säule 3a bei Schweizer Neobanken: Alpian, Yuh oder Neon?

published on 16 August 2026

Schweizer Neobanken haben in den letzten Jahren alle eine 3a-Lösung in ihre App integriert – allen voran Yuh, Alpian und Neon. Im Gegensatz zu klassischen 3a-Konten mit fixem Zinssatz (siehe unser Vergleich digitaler 3a-Apps) funktionieren diese drei Lösungen als investierte Säule 3a: Dein Geld wird in Fonds oder Strategien angelegt, mit höherem Renditepotenzial, aber ohne Zinsgarantie. Die eigentliche Frage lautet daher nicht "wer zahlt den besten Zins", sondern wer dich bei gleichem Risiko am wenigsten kostet – und wer dir die meiste Flexibilität lässt.

Der Vergleich auf einen Blick

Yuh Alpian Neon
Verwaltungsgebühr (Mandat) 0,5 % 0,6 % 0 %
Zugrundeliegende Fondskosten — (nicht kommuniziert) 0,15 % 0,39 % – 0,45 %
Anzahl Strategien 5 8 5
Freie Wahl der Aktienquote Nein — nur vordefinierte Strategien Ja, bis zu 100 % Aktien Nein — nur vordefinierte Strategien
Bitcoin-/Krypto-Option in der 3a Nein Ja Nein
Vorsorgestiftung Simply3a Fondation romande en faveur de la prévoyance individuelle Simply 3a
Depotbank Lienhardt & Partner Privatbank
Kontoeröffnung Kostenlos, 100 % App Kostenlos, 100 % App Kostenlos, 100 % App

Vergleich basierend auf den von den drei Anbietern kommunizierten Produktdaten. Konditionen können sich ändern — prüfe die aktuellen Gebühren immer direkt auf der Website des jeweiligen Anbieters, bevor du dich entscheidest.

Was die drei Angebote wirklich unterscheidet

Neon: am günstigsten auf den ersten Blick, aber nicht zwingend insgesamt

Neon wirbt mit 0 % Verwaltungsgebühren und ist damit auf diesem einzelnen Kriterium die günstigste Lösung. Diese Zahl erzählt aber nicht die ganze Geschichte:

  • Die Kosten verschwinden nicht, sie verschieben sich: Die zugrundeliegenden Fonds kosten zwischen 0,39 % und 0,45 % pro Jahr, die direkt von der Performance abgezogen werden statt als sichtbare Gebühr ausgewiesen zu sein. Insgesamt ist der Abstand zu Alpian (0,75 % All-in) also kleiner, als es auf den ersten Blick scheint.
  • Nur 5 Strategien verfügbar, ohne Möglichkeit, die Aktien-/Obligationen-Allokation selbst zusammenzustellen — weniger Flexibilität als bei Alpian.
  • Dafür ist die Struktur einfach zu verstehen und zu vergleichen: keine Mandatsgebühr, die zusätzlich zu einer separaten Fondsgebühr addiert werden muss — nur eine Zahl im Blick zu behalten.

Alpian: die grösste Auswahl, aber mit höherer Einstiegshürde

Alpian bietet 8 Strategien — die grösste Auswahl im Vergleich — mit der Möglichkeit, bis zu 100 % in Aktien zu investieren, sowie einer Bitcoin-Exposure-Option, die im Vergleich einzigartig ist. Im Gegenzug sind die Gesamtkosten am höchsten (0,6 % Mandatsgebühr + 0,15 % Fondskosten, insgesamt rund 0,75 % all-in), und Alpian verlangt eine Ersteinzahlung von CHF 2'000 auf das Hauptkonto, um die Anlagefunktionen freizuschalten — eine Hürde für alle, die ihre 3a einfach mit kleinen Beträgen starten möchten.

Yuh: der Kompromiss, aber mit der geringsten Transparenz bei den Fondskosten

Yuh weist eine "All-in"-Gebühr von 0,5 % aus, kommuniziert die Kosten der zugrundeliegenden Fonds jedoch nicht separat — im Gegensatz zu Alpian und Neon, die ihre Gebührenstruktur offenlegen. Das ist ein echter Schwachpunkt bei der Transparenz: Ohne einen Blick in die Vertragsunterlagen lässt sich nicht sagen, ob die tatsächlichen Gesamtkosten über oder unter denen von Neon oder Alpian liegen. Yuh profitiert vom Rückhalt durch Swissquote, was bezüglich Stabilität beruhigt — bei der 3a-Lösung selbst ist es aber das am wenigsten dokumentierte Angebot der drei.

Unsere Einschätzung

Wenn man sich anhand der verfügbaren Daten festlegen müsste:

  • Du willst die sichtbaren Gebühren minimieren und kommst ohne Detailangaben zu den Fondskosten aus → Yuh, wobei die fehlende Transparenz bei den Fondskosten ein echter Kritikpunkt an diesem Angebot bleibt.
  • Du willst maximale Kontrolle über deine Allokation, inklusive Krypto-Anteil, und das Budget spielt mit → Alpian, allerdings nur, wenn die Einstiegshürde von CHF 2'000 dich nicht abschreckt.
  • Du willst die einfachste Struktur und die tiefsten ausgewiesenen Verwaltungsgebühren → Neon, wobei die tatsächlichen Kosten sich zu den Fondsgebühren (0,39 % – 0,45 %) verschieben, statt zu verschwinden.

Keines der drei Angebote ist über alle Situationen hinweg objektiv "das günstigste" — das hängt davon ab, ob du auf die ausgewiesenen Kosten oder die Gesamtkosten schaust, und was du mit dem Geld beim Bezug vorhast.

FAQ

Ist die Säule 3a bei diesen Neobanken genauso sicher wie eine klassische Bank-3a?

Grundsätzlich ja: Die 3a-Guthaben werden immer von einer zugelassenen Vorsorgestiftung gehalten (Simply3a bei Yuh und Neon, eine Westschweizer Stiftung bei Alpian), rechtlich getrennt von der Neobank selbst. Im Konkursfall der App ist dein 3a-Kapital nicht Teil der Konkursmasse.

Kann man eine Neobank-3a mit einem klassischen 3a-Konto kombinieren? Ja, und das wird sogar aus steuerlichen Gründen empfohlen — siehe unseren Ratgeber zur Anzahl 3a-Konten, die sinnvoll sind.

Garantieren diese drei Angebote ein Mindestkapital?

Nein. Im Gegensatz zu einem klassischen 3a-Konto schwankt dein Kapital mit den Märkten. Kurzfristig (unter 5 Jahren) ist ein Kapitalverlust möglich.

Dieser Artikel vergleicht die zum Zeitpunkt der Erstellung kommunizierten Konditionen von Yuh, Alpian und Neon. Gebühren und Konditionen ändern sich regelmässig — prüfe die aktuellen Bedingungen auf der Website des jeweiligen Anbieters, bevor du dich entscheidest.

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