Wie erwartet hat die Schweizerische Nationalbank heute Morgen ihren Leitzins bei 0 % belassen. Für die meisten Schlagzeilen ist die Sache damit erledigt: «Nichts Neues.» Für Eigenheimbesitzer und künftige Käufer lohnt sich ein genauerer Blick. Der Leitzins hat sich nicht bewegt, der Ton der SNB aber schon. Und genau diese Signale bewegen die Festhypotheken.
Was die SNB bekannt gegeben hat
Der Leitzins bleibt bei 0 %, und die SNB ist weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Drei Punkte der Lagebeurteilung verdienen jedoch die Aufmerksamkeit von Kreditnehmern:
Die Inflation steigt wieder. Sie ist von 0,6 % im Mai auf 0,8 % im August gestiegen, vor allem wegen der Energiepreise. Die Warenpreise sind erstmals seit Mai 2024 wieder im positiven Bereich.
Die Inflationsprognose wurde nach oben korrigiert, kurzfristig wegen des Erdöls, mittelfristig aber auch wegen des schwächeren Frankens. Die SNB rechnet nun mit 0,7 % für 2026 sowie 0,8 % für 2027 und 2028.
Das Ausland strafft die Zügel. EZB und Fed haben ihre Leitzinsen erhöht, und die SNB verweist auf hohe Unsicherheit wegen der Lage im Nahen Osten und der Energiepreise.
Kurz gesagt: Die SNB bewegt sich nicht, aber alle Indikatoren, die sie eines Tages zu einer Zinserhöhung veranlassen könnten, stehen etwas mehr auf Orange als im Juni.
SARON: Der von den Brokern erwartete Status quo
Bei SARON-Hypotheken ist die Wirkung unmittelbar und einfach: Der SARON folgt dem Leitzins und bleibt damit, wo er ist. Genau das hatten die Broker in unserem Zinsbarometer Q3 2026 erwartet: 77,4 % rechneten mit einem stabilen SARON, niemand mit einer Senkung. Prognose bestätigt.
Festhypotheken: Das eigentliche Thema
Festhypotheken folgen nicht direkt der SNB. Sie orientieren sich an den Swap-Sätzen, welche die Markterwartung für den durchschnittlichen SARON über die gesamte Laufzeit abbilden. Sie reagieren also auf die Ursachen künftiger Entscheide (Inflation, Franken, ausländische Zinsen, Energie), lange bevor die SNB handelt.
Und genau hier hat die heutige Lagebeurteilung Gewicht: höhere erwartete Inflation, ein schwächerer Franken und ausländische Notenbanken, die ihre Zinsen anheben. Keiner dieser Faktoren drückt die langfristigen Zinsen nach unten.
Auch das hatte unser Panel kommen sehen. Für die 10-jährige Festhypothek in den nächsten 3 Monaten erwarten:
- 61,3 % der Broker Stabilität;
- 32,3 % einen Anstieg;
- nur 6,5 % eine Senkung.
Ein Anstieg wird fünfmal häufiger genannt als ein Rückgang. Die Lagebeurteilung der SNB widerspricht diesem Szenario nicht, sie stützt es eher.
Was das für Sie bedeutet
Wer mit dem Abschluss auf sinkende Festzinsen wartet, könnte lange warten. Weder die SNB noch der Broker-Konsens liefern einen Grund, bis Ende 2026 auf eine Entspannung zu setzen.
Der eigentliche Hebel ist nicht das Timing, sondern die Verhandlung. Unser Barometer misst eine mittlere Differenz von 0,41 Prozentpunkten zwischen dem Richtzins der 10-jährigen Festhypothek von 55 Banken (1,81 %) und den effektiv verfügbaren Top-Konditionen (1,40 %). Bei einer Hypothek von CHF 800'000 sind das rund CHF 3'280.– weniger Zinsen pro Jahr. Diese Differenz besteht heute, unabhängig vom SNB-Entscheid im Dezember.
Läuft Ihre Hypothek in den nächsten 12 bis 18 Monaten aus, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit einer vorzeitigen Ablösung zu befassen, statt in letzter Minute das Angebot Ihrer Bank zu akzeptieren.
Nächster Termin: Dezember
Der nächste SNB-Entscheid folgt Mitte Dezember 2026. Die Q4-Ausgabe des Zinsbarometers erscheint wenige Tage davor, mit der aktualisierten Einschätzung unseres Panels unabhängiger Broker. Jetzt abonnieren.
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Die zitierten Erwartungen sind professionelle Einschätzungen und stellen keine Finanzberatung dar. Quelle der geldpolitischen Daten: Medienmitteilung der SNB vom 24. September 2026.