Die Hypothek richtig verlängern

published on 16 July 2026

Ihre Hypothek läuft bald aus? Das ist einer der wenigen Momente, in denen Sie mehrere tausend Franken pro Jahr sparen können — oder verlieren, wenn Sie nichts unternehmen. Die Mehrheit der Schweizer Eigenheimbesitzer verlängert die Hypothek bei der bisherigen Bank, oft ohne zu verhandeln oder zu vergleichen. Die Folge: Sie zahlen im Schnitt 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte mehr als nötig. Bei einer Hypothek von CHF 800'000 sind das bis zu CHF 4'000 pro Jahr.

So gehen Sie die Verlängerung Ihrer Hypothek richtig an — Schritt für Schritt.

Warum die Verlängerung ein strategischer Moment ist

Anders als beim Erstabschluss, als Sie unter Zeitdruck eine Finanzierung für den Kauf brauchten, sind Sie bei der Verlängerung in der stärkeren Position. Sie sind bereits Eigentümer, Ihr Dossier ist etabliert, Ihre Zahlungshistorie spricht für Sie. Die Banken wissen das: Ein Kunde, der verlängert, ist ein rentabler, einfach zu beurteilender Kunde — und einer, den sie nicht verlieren wollen.

Genau deshalb schickt Ihnen Ihre Bank einige Wochen vor Ablauf ein Verlängerungsangebot — meist zu Schaufensterkonditionen, selten zu ihren besten Sätzen. Sie setzt auf Ihre Trägheit. Ihr Hebel ist der Wettbewerb: Ein konkretes Alternativangebot eines anderen Instituts verändert den Ton der Verhandlung sofort.

Beginnen Sie 12 bis 24 Monate vor Ablauf

Der häufigste Fehler ist, zu spät zu starten. Der ideale Fahrplan:

18 bis 24 Monate vor Ablauf: Prüfen Sie das genaue Enddatum Ihrer Hypothek und die Kündigungsfrist in Ihrem Rahmenvertrag. Die meisten Verträge verlangen eine schriftliche Kündigung 3 bis 6 Monate vor Ablauf. Verpassen Sie diese Frist, wandeln manche Banken Ihre Hypothek automatisch in eine deutlich teurere variable Hypothek um.

12 Monate vorher: Beobachten Sie die Zinsentwicklung. Sind die Marktbedingungen günstig, können Sie bei vielen Instituten den Zinssatz mit einer Forward-Hypothek im Voraus fixieren — in der Regel bis zu 12, teilweise 24 Monate vor Auszahlung, gegen einen Forward-Zuschlag.

6 Monate vorher: Holen Sie Konkurrenzofferten ein. Jetzt ist Ihre Verhandlungsmacht am grössten — Sie haben noch genug Zeit für einen Bankwechsel, falls Ihre Bank nicht mitzieht.

3 bis 4 Monate vorher: Finaler Entscheid. Bei einem Wechsel des Instituts sollten Sie einige Wochen für die Übertragung des Schuldbriefs und die administrativen Formalitäten einrechnen.

Vergleichen ist die halbe Arbeit

Bei der bisherigen Bank zu bleiben, ist an sich kein Fehler — teuer wird es, ohne Vergleich zu bleiben. Die Unterschiede zwischen den Anbietern bei einer 10-jährigen Festhypothek betragen regelmässig über 0,4 Prozentpunkte. Und die günstigsten Anbieter sind nicht immer die bekanntesten: Versicherungen, Pensionskassen und Regionalbanken bieten oft tiefere Zinssätze als die Grossbanken — insbesondere bei selbstbewohntem Wohneigentum mit solider Belehnung.

Drei Punkte, die Sie über den ausgewiesenen Zinssatz hinaus vergleichen sollten:

  1. Die verhandelbare Marge — der publizierte Satz ist nur der Ausgangspunkt. Fast alles ist verhandelbar, besonders mit einem soliden Dossier.
  2. Die Vertragsflexibilität — Möglichkeit von Teilrückzahlungen, Bedingungen für einen vorzeitigen Ausstieg, Aufteilung in Tranchen.
  3. Die Amortisationsanforderungen — manche Anbieter verlangen direkte Amortisation, andere akzeptieren die indirekte Amortisation über die Säule 3a, die in den meisten Fällen steuerlich vorteilhafter ist.

Das richtige Modell wählen: Fest, SARON oder Kombination

Die Verlängerung ist auch der richtige Moment, die Zinsstrategie zu überdenken — nicht nur, die bisherige fortzuschreiben.

Die Festhypothek bietet volle Budgetsicherheit über 2 bis 15 Jahre. Sie ist sinnvoll, wenn Sie einen attraktiven Zinssatz anbinden möchten oder Ihr Budget keine Schwankungen verträgt.

Die SARON-Hypothek folgt dem Geldmarktzins. Historisch war sie über die Laufzeit meist günstiger als die Festhypothek, birgt aber das Risiko steigender Zinsen. Sie eignet sich für Eigentümer mit finanziellem Spielraum, die die Zinsentwicklung verfolgen.

Die Tranchenstrategie verteilt den Betrag auf mehrere Laufzeiten (zum Beispiel eine Tranche fest 5 Jahre, eine Tranche fest 10 Jahre). Das glättet das Risiko, den gesamten Betrag zu einem ungünstigen Zeitpunkt erneuern zu müssen. Aber Achtung: Tranchen mit weit auseinanderliegenden Laufzeiten binden Sie an Ihre aktuelle Bank und schwächen Ihre Verhandlungsposition bei der nächsten Verlängerung — ein Punkt, der zu oft verschwiegen wird.

Das «beste» Modell gibt es nicht: Die richtige Wahl hängt von Ihrer Risikotoleranz, Ihrem Anlagehorizont für die Immobilie und Ihrer steuerlichen Situation ab.

Verlängerung oder komplette Refinanzierung?

Die Hypothek zu verlängern heisst nicht zwingend, denselben Betrag fortzuführen. Der Ablauf ist der richtige Moment für drei Fragen:

Soll ich stärker amortisieren? Wenn Ihr Vermögen gewachsen ist, kann eine Reduktion der Schuld Sinn ergeben — aber nicht immer. Dank der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen in der Schweiz ist es oft vorteilhafter, die Hypothekarschuld zu behalten und das Kapital anzulegen. Eine individuelle Berechnung lohnt sich.

Soll ich die Hypothek aufstocken? Ist der Wert Ihrer Liegenschaft gestiegen, kann eine Erhöhung der Hypothek eine energetische Sanierung, eine Investition oder ein anderes Projekt finanzieren — zu deutlich tieferen Kosten als ein Konsumkredit.

Wird die Tragbarkeit neu berechnet? Ja — bei einem Institutswechsel rechnet der neue Anbieter die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zinssatz von rund 5 % neu durch. Hat sich Ihre Einkommenssituation verändert (nahende Pensionierung, Selbstständigkeit, Trennung), sollten Sie diesen Punkt frühzeitig einplanen: Er kann Ihre Optionen einschränken und macht das Timing umso wichtiger.

Bankwechsel: einfacher als gedacht

Viele Eigentümer verzichten aus Angst vor dem administrativen Aufwand auf einen Wechsel. In Wirklichkeit übernimmt der neue Anbieter den Grossteil der Arbeit: Der Schuldbrief wird zwischen den Banken übertragen — in den allermeisten Fällen ohne Gang zum Notar. Die Übertragungsgebühren sind bescheiden (meist CHF 100 bis 300) und werden von der übernehmenden Bank häufig übernommen.

Der einzige echte Kostenpunkt: Steigen Sie vor Ablauf aus einer Festhypothek aus, kann die Vorfälligkeitsentschädigung abschreckend hoch sein. Deshalb ist es entscheidend, den Wechsel auf das natürliche Vertragsende zu legen.

Begleitung durch einen unabhängigen Hypothekarvermittler

Die Angebote am Markt seriös zu vergleichen, kostet Zeit: relevante Anbieter identifizieren, mehrere Dossiers zusammenstellen, parallel verhandeln. Genau das ist die Aufgabe eines unabhängigen Hypothekarvermittlers, der Dutzende von Instituten — Banken, Versicherungen, Pensionskassen — in Wettbewerb setzt und für Sie Konditionen aushandelt, zu denen Privatpersonen allein selten Zugang haben.

Auf de.neo-hypotheque.ch können Sie die aktuellen Zinssätze am Schweizer Markt vergleichen und sich mit einem zertifizierten Vermittler aus Ihrer Region vernetzen, um Ihre Verlängerung vorzubereiten — kostenlos und unverbindlich.

Zusammengefasst: die Checkliste für eine erfolgreiche Verlängerung

  • Prüfen Sie noch heute das Ablaufdatum und die Kündigungsfrist Ihres Vertrags.
  • Starten Sie 12 bis 24 Monate vor Ablauf, keinesfalls weniger als 6 Monate vorher.
  • Holen Sie mindestens drei Konkurrenzofferten ein, bevor Sie mit Ihrer Bank verhandeln.
  • Überdenken Sie Modell (Fest, SARON, Tranchen) und Betrag — nicht nur den Zinssatz.
  • Prüfen Sie die indirekte Amortisation über die Säule 3a zur Steueroptimierung.
  • Lassen Sie sich von einem unabhängigen Vermittler begleiten, um Ihre Verhandlungsmacht zu maximieren.

Eine gut vorbereitete Verlängerung ist oft die rentabelste Verhandlung, die ein Schweizer Eigenheimbesitzer führen kann — ein paar Stunden Aufwand für mehrere tausend Franken Ersparnis über die Laufzeit.

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Artikel publiziert auf de.neo-hypotheque.ch — unabhängiger Hypothekenvergleich für die Schweiz. Die genannten Zinssätze und Konditionen sind Richtwerte und variieren je nach Institut und Profil.

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